VATM sieht Chancen für schnellere Versorgung mit Breitbandzugängen
Mit 2,31 € hat die Bundesnetzagentur heute das monatliche Entgelt für die Nutzung des sogenannten Line-Sharing neu festgelegt. Gleichzeitig hat der Regulierer bei der Neufestsetzung der monatlichen Einmalentgelte für die letzte Meile – sowohl bei der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) als auch Line-Sharing – ein positives Zeichen für mehr Wettbewerb gesetzt, wenngleich auch bei einzelnen Anschlussvarianten durchaus mehr Senkungspotenzial möglich gewesen wäre. „Es besteht nunmehr die Aussicht auf mehr Wettbewerb und Produktvielfalt im deutschen Breitbandmarkt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dieser Markt in Deutschland wieder an Stärke gewinnen wird,“ bewertet Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, die wichtige Entscheidung des Regulierers. „Line-Sharing kann nun auch in Deutschland zu einer Belebung des Breitbandmarktes führen, die mit einer erhöhten Nachfrage und Investitionen einhergeht. Eine größere Vielfalt an differenzierten Angeboten wird dem gesamten Breitbandmarkt – auch über komplementäre Zugangstechnologien – Schubkraft geben.“ Und auch für die Preisentwicklung sieht der VATM-Geschäftsführer langfristig Potenzial: „Zwar ist beim Preiswettbewerb momentan das Ende der Fahnenstange erreicht. Bei der Kaufentscheidung der Kunden wird aber zunehmend die Übertragungsgeschwindigkeit und –bandbreite in Verbindung mit einzelnen Marken eine Rolle spielen. Ganz im Sinne von ‚gleicher Preis für mehr Bandbreite` erwarten wir eine deutliche Belebung des Wettbewerbs und der Angebotsvielfalt im Breitband, da die verbesserte Vorleistungssituation vielfältige Services und Produkte mit eigenen Leistungs- und Qualitätsparametern möglich machen wird.“ Die neuen Entgelte belaufen sich auf:
| Line-Sharing | neu (€) | alt (€) | +/- % |
| Monatliches Entgelt | 2,31 | 2,43 | – 5% |
| Übernahme | 51,43 | 60,82 | – 15,5 % |
| Neuschaltg ohne Arbeit beim EK, ohne Arbeit KVZ | 69,61 | 84,18 | – 17 % |
| Neuschaltg ohne Arbeit beim EK, mit Arbeit KVZ | 116,42 | 132,70 | – 12 % |
| Neuschaltg mit Arbeit beim EK, ohne Arbeit KVZ | 85,04 | 98,17 | – 13 % |
| Neuschaltg mit Arbeit beim EK, mit Arbeit KVZ | 131,84 | 147,26 | – 10 % |
| Kündigungsentgelt – neu: gleichz Umschaltung beim EK | 10,48 | 62,92 | – 83 % |
| Kündigungsentgelt – neu: ohne gleichz Umschaltung EK | 51,22 | 62,92 | – 18,5 % |
| TAL (CuDa 2Dr hochbitratig) | neu (€) | alt (€) | |
| Monatliches Entgelt (keine neue Entscheidung!!) | 10,65 | 11,80 | – 10 % |
| Übernahme ohne Arbeit EK | 43,10 | 50,64 | – 15 % |
| Übernahme mit Arbeit EK | 65,03 | 66,10 | – 2 % |
| Neuschaltg ohne Arbeit beim EK, ohne Arbeit KVZ | 41,14 | 64,94 | – 37 % |
| Neuschaltg ohne Arbeit beim EK, mit Arbeit KVZ | 46,44 | 75,90 | – 39 % |
| Neuschaltg mit Arbeit beim EK, ohne Arbeit KVZ | 64,47 | 93,12 | – 31% |
| Neuschaltg mit Arbeit beim EK, mit Arbeit KVZ | 69,78 | 104,08 | – 33 % |
| Kündigungsentgelt ohne gleichz Umschaltg Kunde | 29,10 | 36,65 | – 21 % |
| Kündigungsentgelt mit gleichz Umschaltg Kunde | 5,80 | 19,95 | – 71 % |
Die Entscheidung ist zunächst auf 2 Jahre bis zum 30.06.2007 befristet.
Line-Sharing ist ebenso wie die TAL ein für DSL-Produkte wesentliches Vorleistungsprodukt. Dabei müssen Wettbewerber wie bei der Nutzung der TAL eigene Infrastruktur bis zu den so genannten Hauptverteilern aufbauen, um dort eigene DSL-Technologie einzusetzen. Bei Line-Sharing wird im Gegensatz zur TAL nur der für A-DSL genutzte Frequenzbereich der Teilnehmeranschlussleitung genutzt.
[shariff]


